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Umlaufmünzen

von Bernhard Exler


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Nicht wenige Münzensammler spezialisieren sich auf Münzen, denen man ihren jahrelangen Gebrauch sofort ansieht. Diese Gruppe von Sammlern steht auf dem Standpunkt, daß nur diese Umlaufmünzen den Zahlungs- und Wirtschaftsverkehr im jeweiligen Land, aber auch die Vorlieben und Abneigungen der Bevölkerung im Hinblick auf die Bargeldgeschäfte des täglichen Lebens angemessen widerspiegeln. Demgemäß lehnen sie Gedenkmünzen eher ab. 

Dieses Gegensatzpaar Umlaufmünzen - Gedenkmünzen steht in diesem Zusammenhang im Vordergrund. 
Der entscheidende Unterschied wird ohne weiteres einleuchten : Während Umlaufmünzen durch mehr oder weniger langen Gebrauch abgenutzt oder gar beschädigt sind, werden Gedenkmünzen eines Staates unmittelbar nach Erwerb irgendwo sorgsam aufbewahrt und gelangen nie in Umlauf. Anders ausgedrückt kann festgestellt werden, daß gut erhaltene Umlaufmünzen eher selten zu finden sind und auch durchaus ihren Preis haben, während Gedenkmünzen fast ausschließlich in guter Erhaltung vorkommen. 

Aber auch oder vielleicht gerade die Umlaufmünzen bieten einem echten Sammler ein interessantes und möglicherweise auch lohnendes Betätigungsfeld. Selbst die DM-Umlaufmünzen der Bundesrepublik bieten hierfür zahlreiche Beispiele. Man mußte sich nur rechtzeitig über die Auflagezahlen eines jeden Prägejahrganges informieren. Erst recht galt und gilt dies natürlich für außergewöhnliche Besonderheiten, die im Rahmen der Münzprägung vielleicht gar nicht geplant waren. Um konkret zu werden : Bei Letzterem hatte ich die 50 Pfennig-Stücke 1950 G mit der Umschrift "Bank deutscher Länder" vor Augen; 
Beispiele für ungewöhnlich geringe Auflagezahlen sind die Silberkurs-Fünfer 1958 J sowie die 5 Pfennig und 10 Pfennig-Stücke 1967 G. 
Wer seinerzeit, als das Münzensammeln noch längst nicht so populär war wie heute, gut informiert war und infolgedessen die erwähnten Münzen aus dem Umlauf "gefischt" hat, für den hat es sich sicherlich gelohnt. Die werbemäßig propagierte "Schlafmünzenaktion" bei der Euro-Bargeld-Einführung hat dieses größeren Bevölkerungskreisen noch einmal vor Augen geführt.

Bestimmte Umlaufmünzen sind darüber hinaus aber auch noch Abbild von Meinungen und Ansichten der Bevölkerung, und zwar in einem Ausmaß, welches sogar Soziologen und Psychologen auf den Plan ruft. Ein paar Beispiele : Seit seinem Erscheinen abgelehnt wurde z. B. das silberne 20 Pfennig-Stück der Prägejahre 1873 bis 1877. Es war einfach zu klein geraten und damit im Zahlungsverkehr schlecht zu händeln. Auch dem 25 Pfennig-Stück ( 1909 - 1912 ) war kein Erfolg beschieden. Während eine solche Münze z. B. in den Niederlanden eine jahrzehntelange Tradition besitzt, kann der Deutsche ganz offenbar damit nichts anfangen. 
Und schließlich die absolute Fehlgeburt des 4 Pfennig-Stückes von 1932, bekannt unter zahlreichen Bezeichnungen wie Brüning-Taler oder Proleten-Dollar. Emittiert aufgrund einer der zahlreichen Notverordnungen der Weimarer Republik und zwecks Verbesserung der volkswirtschaftlichen Situation, hat es wohl selten eine Umlaufmünze gegeben, die von den Menschen derart abgelehnt wurde. Der "Pleite-Groschen" wurde bereits ein Jahr nach seiner Einführung wieder außer Kurs gesetzt. Von der Realisierung eines bereits in Planung befindlichen 80 Pfennig-Stückes wurde daraufhin abgesehen. 

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