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Römische Kaiser und ihre Münzen III
 die Kaiser Maximus I bis Gallienus
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Bei den Münzbewertungen können nur ungefähre Werte in € angegeben werden. Diese Werte ergeben sich aus diversen Münzpreislisten und Auktionsergebnissen. Außerdem wurden große Mengen an verschiedenen Münztypen geprägt, auf die hier nicht im einzelnen eingegangen werden kann. Hierfür sollten Sie die entsprechende Münzliteratur verwenden.

Caius Julius Verus Maximinus I. (Thrax.) Gordianus I und II (Gegenkaiser 238) geb. 173 n. Chr, gest. 238 n. Chr (ermordet)
Maximinus Thrax

 

 




Dieses Bild von Maximinus Thrax stammt von Dr. Claus W. Hild - NUMISMATIK - Rintheimer Str. 2
D-76131 Karlsruhe
e-mail: HildNumis@aol.com
Tel. 0721-698476
Dieses Bild von Maximinus Thraxstammt von Dr. Claus W. Hild - Rintheimer Str. 2
D-76131 Karlsruhe
HildNumis@aol.com
Tel. 0721-698476

Nach der Ermordung des Kaisers Severus Alexander und dessen Mutter Julia Mamaea bei Mainz wird mit Maximinus I. Thrax. der erste Soldatenkaiser zum römischen Kaiser von den Rheinlegionen ausgerufen. Er fällt zugleich in das freie Germanien ein und besiegt die Alemannen. Dadurch erhält er den Ehrenbeinamen "Germanicus Maximus".
Maximinus errichtet eine Militärdikatatur. Sein Hauptlager richtet er in Sirmium in der Nähe des heutigen Belgrads ein.
Er regiert das Reich von diesem Feldlager aus. Obwohl er auch die Sarmaten und Dacer bekämpft und besiegt, ist er in den Provinzen und beim Senat unbeliebt, da er diesem jegliches Mitspracherecht verweigert.
238 treten in der Provinz Africa Unruhen auf, da die Großgrundbesitzer Angst haben, daß ihre Güter vom Kaiser enteignet werden. Sie rufen den 80 jährigen Senator und Proconsul von Africa, Marcus Antonius Gordianus und seinen Sohn als Gegenkaiser aus.Der Senat erkennt die beiden Kaiser an und erklärt Maximinus zum Staatsfeind.
Capellianus der Statthalter von Numidien, der Nachbarprovinz von Africa, bleibt Maximinus treu ergeben und marschiert gegen die Gordiane und besiegt sie vernichtend. Gordian II fällt in der Schlacht, sein Vater begeht Selbstmord.
Mittlerweile marschiert Maximinus mit seinen Truppen gegen das abtrünnige Rom .
Der Senat ernennt nach dem Tod der Gordiane Pupienus und Balbinus zu den neuen Kaisern.
Diese beiden Kaiser werden als gleichberechtigt angesehen. Außerdem wird der Enkel Gordians I. der spätere Gordian III. zum Caesar ernannt.
Unterdessen belagert Maximinus Aquileia. Unerwartete Schwierigkeiten bei der Belagerung veranlassen die Truppen Maximinus zu ermorden.

Münzausgaben unter Maximinus Thrax

Es existieren ca. 120 Münztypen. Denare sind häufig. Sesterzen kommen im Gegensatz zu vielen anderen Kaisern häufiger vor als Asse und Dupondien. Es wurden keine Antoniane geprägt

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca.  75 - 175 ca. 40 - 85 ca. 15 - 40
Bronzemünzen
(normale Typen)
ca. 200 - 500 ca. 125 - 300 40 - 75
Goldmünzen extrem selten!

Münzausgaben der Gordiane

Die Münzen Gordians I und Gordians II sind sehr selten. Die Münzen der beiden lassen sich nur durch ihr Poträt unterscheiden. Bartlose Köpfe und eine hohe Stirn deuten auf den Sohn hin. Die Münzen Gordians II sind noch seltener.
Am häufigsten sind noch die Tetradrachmen Alexandrias mit dem Poträt Gordians I. (Wert ab 125 - 150 € für Erhaltung schön)

Decimus Caelius Balbinus Marcus Clodius Pupienus Maximus
Balbinus geb. 178 n. Chr, gest. 238 n. Chr (ermordet)
Pupienus geb. 164 n. Chr, gest. 238 n. Chr (ermordet)

Nach der Ermordung des Kaisers Maximinus Thrax bei der Belagerung von Aquileia sind Balbinus und Pupienus unerwartet die alleinigen gleichberechtigten Kaiser Roms. Die Ernennung des beliebten jungen Gordianus III zum Cäsar und damit zum Mitregenten und designierten Nachfolger macht die beiden rivalisierenden und beliebten Herrscher beim Volk nicht populärer. Bereits im Juli 238 werden beide Herrscher von den Prätorianern ermordet. Als neuer Herrscher wird Gordianus III sowohl von Volk, Militär und Senat ausgerufen.

Münzausgaben unter Balbinus

Die Münzen sind alle selten.

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca. 750 - 850 ca. 350 - 450 ca. 85 - 150
Bronzemünzen
(normale Typen)
ca. 1.000 - 2.000 ca. 300 - 750 ca. 100 - 300
Goldmünzen äusserst selten

Münzausgaben unter Pupienus

Die Münzen sind alle selten. Es werden wieder Antoniane geprägt, die häufiger als Denare vorkommen.

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca.  500 - 750 ca. 250 - 400 ca. 85 - 125
Bronzemünzen
(normale Typen)
ca. 900 - 2.000 ca. 350 - 750 75 - 300
Goldmünzen selten

 

Marcus Antonius Gordianus Pius III. 
geb. 222 n. Chr, gest. 244 n. Chr (gefallen oder ermordet)

Ex Sammlung Schmidtkonz
Nach der Ermordung von Balbinus und Pupienus wird Gordianus III sowohl von Volk, Militär und Senat zum Kaiser ausgerufen. Die großen Erfolge seiner Regierungszeit sind seinenmBerater, Lehrer und Erzieher Timestheus zu verdanken. Die Bedrohung der Grenzen in Westen und Osten kann durch ihn mit geschickten militärischen Operationen vermieden werden. 240 kann eine Revolte des Sabinianus in der Provinz Africa niedergeschlagen werden.
241 heiratet Gordianus Tranquillina, die Tochter des Timestheus.
Als im Frühjahr 242 der Sasanide Schapur I. den Thron der Perser besteigt, droht wieder ein Krieg im Osten. Die römische Regierung entscheidet sich einem persischen Angriff zuvorzukommen und zieht mit einem starken Heer unter Gordianus und Timestheus gegen die Perser. 243 beginnt der Feldzug gegen die Perser, wobei die Römer einige Erfolge verbuchen können. Timestheus stirbt dabei einen rätselhaften Tod. Einige Historiker verdächtigen Philipp Arabs, der zu dessen Nachfolger ernannt wird. Dieser wird auch verdächtigt am Tod des Gordianus in der Schlacht am Euphrat am 11.2.244 nachgeholfen zu haben. Die Historiker sind sich aber über die Todesursache uneins. Zum Nachfolger wird Philipp Arabs ausgerufen

Münzausgaben unter Gordianus

Es werden hauptsächlich Antoniane ausgeprägt. Der Silbergehalt verringert sich dabei z.T. auf unter 50%. Goldmünzen werden wieder verstärkt geprägt. Denare verlieren mehr und mehr an Bedeutung.

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca.  40 - 250 ca. 20 - 150 ca. 10 - 40
Bronzemünzen
(normale Typen)
ca. 200 - 900 ca. 100 - 400 ca. 50 - 125
Goldmünzen ca. 3.000 ca. 1.250 ca. 750 - 850

 

Marcus Julius Philippus I. (Arabs) geb. ?, gest. 249 n. Chr (gefallen)

Ex Sammlung Schmidtkonz
Philippus, Sohn eines räuberischen Beduinenscheichs, dient sich in der römischen Armee herauf und wird zuerst von den syrischen Prinzessinen und danach von Gordians Berater Timestheus begünstigt. Nach dem Tod des Timestheus wird er von Gordian zu dessen Nachfolger ernannt. Nach dem ungeklärten Tod Gordians wird er zum Kaiser ausgerufen.
Er schließt sofort mit den Persern Frieden und zahlt für die Auslösung römischer Gefangener 500.000 Goldstücke Lösegeld.
Zu dieser Zeit fallen bereits ständig Franken, Vandalen, Karpen und Goten auf die Grenzen des römischen Reichs ein. Zwischen 245 und 247 gelingt es Philippus Karpen und Daker zu besiegen und so die Provinz Dakien noch zu halten.
Als großes Schauspiel gehen die am 21.4.248 beginnenden Säkularspiele in Rom zur tausendjährigen Gründung Roms in die Geschichte ein. Die Feierlichkeiten finden 3 Tage statt und stellen alles Dagewesene in den Schatten. Viele Münzen werden zu diesen Feierlichkeiten herausgegeben. Viele Römer geben sich den Traum hin, daß sie vor einem neuen Zeitalter stünden. Sie erwachen sehr schnell wieder aus diesem Traum, als Goten, Karpen, Vandalen und Gepiden wieder räubernd die Grenzen überschreiten.

 

Phillipus II
Phillips Sohn Philippus II

Dieses Bild von Decius stammt von Günter Loreck

249 schickt Philippus seinen tüchtigsten Feldherrn Trajanus Decius nach Pannonien und Dakien um dort meuternde Truppen niederzuwerfen. Dieser wird jedoch von den hiesigen Heerführern umgedreht und zum Gegenkaiser ausgerufen.
Im September 249 trefen sich die Heere Philipps und des Decius in der Schlacht bei Verona. Philippus verliert die Schlacht und sein Leben.

Sein Sohn und Mitregent Philippus II Filius stirbt kurz danach in Rom.

Münzausgaben unter Philippus

Es werden hauptsächlich Antoniane ausgeprägt. Der Silbergehalt verringert sich bis auf 30%.

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca.  50 - 200 ca. 30  - 100 ca. 12 - 40
Bronzemünzen
(normale Typen)
ca. 150 - 450 ca. 75 - 200 ca. 30 - 75
Goldmünzen sehr selten
(über 5.000)

 

Caius Messius Quintus Trajanus Decius geb. 201, gest. 251 n. Chr (gefallen)
Trajanus Decius
Dieses Bild von Decius stammt von Herrn Klaus Schubert
249 schickt Philippus seinen tüchtigsten Feldherrn Trajanus Decius nach Pannonien und Dakien um dort meuternde Truppen niederzuwerfen. Dieser wird jedoch von den hiesigen Heerführern umgedreht und zum Gegenkaiser ausgerufen.
Im September 249 trefen sich die Heere Philipps und des Decius in der Schlacht bei Verona. Philippus verliert die Schlacht und sein Leben.
Während seiner Herrschaft geben die Goten keine Ruhe. Er kann sie zwar 250 bei Nicopolis besiegen, aber bereits 251 kommt es bei Abrittus zur erneuten Schlacht, bei der Trajanus Decius zusammen mit seinem älteren Sohn Herennius Etruscus fällt.
Trajanus Decius behielt wegen seiner grausamen Christenverfolgungen einen unrühmlichen Bekanntheitsgrad. So soll er nach der Hinrichtung des Papstes Fabianus gesagt haben "Lieber will ich hören, dass mir ein Rivale den Thron streitig macht, als dass es noch einmal einen Bischof von Rom gibt."

Münzausgaben unter Trajanus Decius

Es werden erstmals Doppelsesterze und eine Reihe von Gedenk-Antonianen früherer Kaiser herausgegeben.

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca.  75 - 125 ca. 35 - 65 ca. 20 - 30
Bronzemünzen
(normale Typen)
ca. 125 - 300 ca. 85 - 185 ca. 25 - 75
Doppelsesterz ca. 2.250 ca. 850 ca. 300
Goldmünzen ca. 7.500 ca. 2.500 ca. 900

 

Gaius Vibius Trebonianus Gallus geb. 206, gest. 253 n. Chr (ermordet)
Trebonianus Gallus
Ex Sammlung Schmidtkonz
Als 251 bei der Schlacht von Abrittus Trajanus Decius fällt, wird Trebonianus Gallus von den Legionen zum Kaiser ausgerufen. Seine erste zugleich unrühmliche Amtshandlung ist es, daß er mit den Goten einen äußerst schmählichen Friedensvertrag mit hohen Tributzahlungen aushandelt. Diese Aktion verzeihen ihm viele Militärs und der Senat in Rom nicht.
Seine kurze Regierungszeit wird unaufhörlich von Katastrophen überschattet. So wütet eine schreckliche Pestepedemie im Römischen Reich. Gleichzeitig erobern die Perser unter Schapur I. Armenien.
253 rufen die Truppen im Balkan Aemilianus zum Gegenkaiser aus. Trebonianus Gallus tritt den gegnerischen Truppen in Umbrien gegenüber. Bevor es zum Kampf kommt wird er von seinen eigenen Leibwächtern ermordet.

Münzausgaben unter Trebonianus Gallus

Es werden erstmals der sog. Schwer-Aureus mit 5,9 g Gewicht geprägt. Der Silbergehalt des Antonians sinkt auf 25 %.

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca.  75 - 200 ca. 45 - 125 ca. 20 - 45
Bronzemünzen
(normale Typen)
ca. 185 - 325 ca. 125 - 185 ca. 50 - 75
Goldmünzen ca. 3.000 - 5.000 ca. 1.500 - 2.500  ca. 1.000 - 1.750

 

Marcus Julius Aemilius Aemilianus geb. 208, gest. 253 n. Chr (ermordet)

Aemilianus, seit 252 Statthalter von Untermösien, greift 253 die Goten in ihren eigenen Gebiet an, nachdem er aufsässige Goten in seiner eigenen Provinz ermorden hat lassen. Der Angriff endet mit einem Sieg. Seine Truppen sind so begeistert, dass sie ihn zum Gegenkaiser ausrufen. Trebonianus Gallus tritt den Truppen des Aemilianus in Umbrien gegenüber. Bevor es zum Kampf kommt, wird Trebianus von seinen eigenen Leibwächtern ermordet.
Valerianus, der von Trebianus zu Hilfe gerufen wurde, zieht trotzdem weiter vom Rhein  Aemilianus entgegen. Nun passiert Aemilianus fast das gleiche wie Trebianus. Seine verängstigten Truppen, die wissen, dass die Armee des Valerianus ihnen überlegen ist, ermorden ihn.

Münzausgaben unter Aemilianus

Trotz der kurzen Regierungszeit werden über 60 Münztypen herausgegeben. Alle Münzen sind jedoch selten

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca.  400 - 750 ca. 225 - 350 ca. 75 - 125
Bronzemünzen
(normale Typen)
ab ca. 1.250 ca  600 - 900 ca. 250 - 350
Goldmünzen extrem selten!

 

Caius Publius Licinius Valerianus I. 
geb. 188, gest. ca. 260 n. Chr in persischer Gefangenschaft
Valerian
Ex Sammlung Schmidtkonz
Der Gefangene der Perser 

Valerianus, Kommandeur am Oberrhein wird 253 von Trebonianus Gallus gegen den Usurpator Aemilianus zu Hilfe gerufen. Die Hilfe trifft zu spät ein, aber auch Aemilianus wird von seinen eigenen Truppen ermordet. Valerianus wird zum neuen Kaiser ausgerufen. 
Er ernennt er seinen Sohn Gallienus zum Mitregenten. Das römische Reich versinkt in der Folgezeit, fast an allen Grenzen durch fremde Völker bedroht, in ein regelrechtes Chaos. Pest und Korruption fördern die mißliche Situation. 
Auch die neu von Valerianus gestartete Verfolgung der Christen hilft nicht weiter.
256 muss er Rom mit einer Streitmacht Richtung Osten verlassen, während sein Sohn im Norden den Limes verteidigt. Sein großer Gegner ist in den nächsten Jahren im Osten der persische König Schapur I. 
256 nehmen Schapurs Armeen sogar die syrische Provinzhauptstadt Antiochia ein. 
259 versucht Valerianus Schapur von der Belagerung Edessas abzuhalten. Da jedoch die Pest ausbricht, sucht er eine Lösung auf dem Verhandlungsweg. Seine zu Schapur gesandten Unterhändler kehren mit einer Einladung Schapurs zurück. Daraufhin macht sich Valerian mit einem kleinen Gefolge auf dem Weg zu Schapur. Schapur nimmt ihn jedoch verräterisch gefangen.
Valerian stirbt schließlich in der Gefangenschaft ohne, dass sein Sohn Gallienus viel Anstalten macht ihn von der Gefangenschaft wieder freizulösen. Das römische Reich hat zu diesem Zeitpunkt einen neuen Tiefstpunkt erreicht. Der Bestand des Reiches scheint in großen Maße gefährdet zu sein.

 Münzausgaben unter Valerianus

Es werden in Unmassen Antoniane mit extrem geringem Silbergehalt geprägt, da der Geldbedarf enorm ist. Selten sind Bronzen und Goldmünzen

Erhaltung vz ss s
Silbermünzen
(normale Typen)
ca.  35 - 125 ca. 15 - 75 ca. 10 - 40
Bronzemünzen
(normale Typen)
ca. 200 - 500 ca 125 - 250 ca. 50 - 125
Goldmünzen ca. 3.000 - 7.500 ca. 1.750 - 4.000 ca. 1.000 - 1.500

 

Publius Licinius Gallienus geb. 218, gest. ca. 268 n.Chr (ermordet)
Trebonianus Gallus
EEx  Sammlung Thomas Schmidtkonz
Der Krisenmanager

Gallienus wird 218 als Sohn des Valerianus geboren. Valerianus ernennt 253 seinen Sohn Gallienus zum Mitregenten. Das römische Reich versinkt in der Folgezeit, fast an allen Grenzen durch fremde Völker bedroht, in ein regelrechtes Chaos. Pest und Korruption fördern die mißliche Situation.
256 muss Valerianus Rom mit einer Streitmacht Richtung Osten verlassen, während Gallienus im Norden den Limes verteidigt. 259 wird Valerian von den Persern gefangen genommen ohne, daß sein Sohn Gallienus viel Anstalten macht ihn von der Gefangenschaft wieder freizulösen. Das römische Reich hat zu diesem Zeitpunkt einen neuen Tiefstpunkt erreicht. Der Bestand des Reiches scheint im großen Maße gefährdet zu sein.

Gallienus kämpft zwischenzeitlich am Rhein und in Dakien, wo er die Anstürme der Barbaren mehr oder weniger abwehren kann. Gallienus und Valerian haben bereits das Reich zwischen sich aufgeteilt. Gallienus kümmert sich dabei bis Valerians Tod hauptsächlich um den Westen des Reiches.
Noch schlimmer wird es als die Franken zwischen 257 und 259 Gallien, Spanien überrennen und sogar bis nach Nordafrika einbrechen. Parallel dringen die Alamannen bis zum Brennerpaß vor. 259 kann er diese vermutlich bei Mailand entscheidend schlagen.
Im Jahr 260 erreichen die Katastrophen einen Höhepunkt. Da Gallienus keinen Finger für seinen gefangenen Vater krümmt, putschen eine ganze Reihe von Heeführern. Der Putsch des Ingenuus in Pannonien kann noch niedergeschlagen werden. Danach folgt Regalianus in Oberpannonien, der sich zum Kaiser ausrufen lässt und auch kurz danach besiegt wird.
Inzwischen wird aber Postumus zum Kaiser ausgerufen. Sämtliche Westprovinzen (Britannien, Gallien, Spanien) schließen sich dem neuen Kaiser an, der so das eigenständige Gallische Sonderreich gründet. Der in den vielen Kämpfen schwerverwundete Gallienus muss tatenlos zusehen.
Macrianus, der kaiserlicher Generalquartiermeister im Osten ist, gelingt es die Invasion der Perser durch Schapur zu stoppen.
Nach diesem Sieg lässt er seine beiden Söhne Qietus und Macrianus dem Jüngeren zu Kaisern ausrufen.
Gallienus ruft nun Odaenathus zur Hilfe. Dieser besiegt Qietus. Die beiden Macriani, Vater und Sohn, werden in den Balkanländern besiegt, die Gallienus treu geblieben sind. Odaenathus führt zwischenzeitlich unter der Duldung Gallienus im Osten in Palmyra eine eigenständige Herrschaft. Er unternimmt ein große Anzahl von erfolgreichen Feldzügen gegen die Perser.
267 wird er zusammen mit seinem ältesten Sohn ermordet. Nun übernimmt seine Witwe Zenobia die Herrschaft in Palmyra.
Gallienus versucht ab diesem Zeitpunkt Palmyras Unabhängigkeit erfolglos zu beenden.
Die Jahre 267 und 268 sind von dem Einbruch eines riesigen Aufgebots der Goten geprägt. Sie stechen mit der Hilfe der Heruler mit einer riesigen Flotte in See und überfallen Griechenland und Kleinasien. Dabei werden sie nur mit Mühen daran gehindert Athen zu erobern.
Auf dem Rückweg in ihre Wohngebiete nördlich des Schwarzen Meeres stellt sie Gallienus und besiegt sie in der blutigsten Schlacht des Jahrhunderts bei Naissos vernichtend. Dabei verlieren 30000 - 50000 Goten ihr Leben.

Nach diesem glänzenden Sieg putscht Aureolus der Kommandeur der Kavallerie in Italien. Gallienus marschiert dem General entgegen und belagert ihn in Mailand. In diesem kritischen Augenblick putschen hohe Offiziere gegen ihn und ermorden ihn. Auch die späteren Kaiser Claudius Gothicus und Aurelianus scheinen dabei Mitwisser gewesen zu sein.

Gallienus reformiert während seiner Herrschaft auch das Militärwesen, indem er eine schwere Reiterei einführt.
Wirtschaftlich erreicht das römische Reich während seiner Herrschaft einen nie dagewesenen Niedergang. Die Antoninane sind am Ende seiner Herrschaft nur noch Kupfermünzen, die man rasch in ein Silberbad eintaucht. Diese dünne Silberlegierung blättert jedoch schon bei normaler Zirkulation sofort wieder ab.

Gallienus ein Mann von besonderen geistigen Fähigkeiten bewältigte energisch und umsichtig noch nie dagewesene politische und militärische Krisen in einer für diese Zeit erstaunlich langen Herrschaft von 15 Jahren. Daneben fand er noch Zeit für den Versuch einer kulturellen Erneuerung des Landes. So war er ein großer Verehrer des greichischen Philosophen Plotin. Im Gegensatz zu seinem Vater verhielt er sich auch den Christen gegenüber tolerant.

Seine den Umständen entsprechenden großen Leistungen wurden von der Nachwelt speziell der Historia Augusta total verkannt.

Münzausgaben unter Gallienus

Es werden in Unmassen Antoniane geprägt, die lediglich in ein Silberbad gelegt wurden. Anfangs noch Billonmünzen verkümmern die Antioniane am Schluß zu Kupfermünzen mit einem Gewicht von ca. 2,6 g. Die Typenvielfalt ist riesig. Man zählt allein ca. 1400 Reichsausgaben. Es gibt dabei viele mit besonders interessanten Motiven wie z.B. eigenwilligen Tierdarstellungen. Hier ergibt sich ein besonders interessantes und erschwingliches Sammelgebiet.

Alle Goldmünzen und Medaillons (Silber und Bronze) sind Raritäten.

Erhaltung vz ss s
Antoniane
(normale Typen)
ab ca.  40 ab ca. 25 ab ca. 10
Mittel- oder Großbronzen
(normale Typen)
ca. 250 - 100 ca  150 - 350 ca. 75 - 175
Goldmünzen ca. 2.500 - 5.000 ca. 1.500 -3.500 ca. 850 - 2.000

 
 
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