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Geschichte der Aktiengesellschaften

Mit freundlicher Unterstützung vom Auktionshaus Tschöpe


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Die erste AG
Als das erste Beispiel einer AG-ähnlichen Gesellschaft wird die "Banca di San Georgio" in Genua bezeichnet, die 1407 ins Leben gerufen wurde und lange Zeit einzig in ihrer Art dastehende Disconto- und Zettelbank arbeitete, 7% Obligationen zur Deckung der Staatsschulden ausgab und ihre Schuldner bereits 1419 zu Anteilseignern machte.

Eine neue Epoche in der Finanzgeschichte wurde mit der "Erfindung" der privaten Kapitalgesellschaften eingeleitet. Die uns heute zur Verfügung stehenden "nennwertlosen" Aktien, Anleihen, Losanleihen und Privat-Schuldverschreibungen sind denn auch nicht nur zeithistorische Dokumente der damaligen Kapitalbeschaffung an den internationalen Finanzzentren, sondern vielmehr bleibende Erinnerung an eine Zeit, in der z.B. Erfindungen und revolutionäre Ideen, gewürzt mit Abenteuergeist, oftmals zu Pioniertaten führten, die dann auch die Grundlagen für unseren heutigen Fortschritt bildeten.

Das Jahr 1602
Das Jahr 1602 kann als das Geburtsjahr der Aktiengesellschaften angesehen werden: In diesem Jahr hat die Niederländisch-Ostindische Kompanie erstmalig Provinzen und Städte an ihren Geschäften in Form von Aktien beteiligt.

Die Amsterdamer Pfeffersäcke
Den eigentlichen Anfang machten die Amsterdamer Pfeffersäcke, jene Gewürzhändler, die schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts jährlich bis zu 70 Schiffe dorthin schickten, wo der Pfeffer wächst, nämlich nach Indonesien. Zahlreiche Firmen stiegen in den gewinnbringenden Gewürzhandel ein und die größten unter Ihnen schlossen sich dann Anno 1602 zur heute legendären "Vereinigten Ostindischen Handels-Kompanie" zusammen, die bald zum Vorbild vieler, ähnlicher Gesellschaften wurde und noch heute als Mutter der Aktiengesellschaft bezeichnet wird.

Die älteste bekannte Originalaktie der VOC aus dem Jahre 1606 hängt heute wohlbehütet in der Börse von Amsterdam, Versicherungssumme: 1 Mio. Die VOC wurde das Vorbild für zahlreiche, gleichartige Gesellschaften des siebzehnten Jahrhunderts, gilt sie doch als erste Aktiengesellschaft moderner Prägung. Ähnliches gilt für die englische East-India Company. Sie besaß schon im Jahr 1600 ein Privileg der englischen Krone, nahm aber erst 1613 die Gestalt der Aktiengesellschaft an und fand 1858 ihr Ende. Der VOC brachte die wachsende Konkurrenz der engl. East-India Compagnie, der Krieg mit England (1780-84) , aber auch 'Fehler in der Verwaltung schließlich nach nahezu 200 Jahren am 31.12.1799 das Ende.
 
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann in England, ab 1800 in Frankreich und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Preußen in größerem Maße die Gründung von Aktiengesellschaften. Vor 1850 herrschte in deutschen Landen noch so eine Art Kreditlosigkeit, denn nur wenige waren bereit, ihr Geld zu verleihen bzw. in die noch relativ unbekannte Form der AG zu investieren. So schrieb den auch der preußische Staatsminister Rother in einem Bericht an den König:

"Die Kapitalisten sind hier nicht geneigt, industrielle Unternehmungen gehörig zu würdigen."

Friedrich der Große
Friedrich der Große, der nach den schlesischen Kriegen gegen Maria Theresia (insgesamt drei und nach dem letzten, dem siebenjährigen Krieg) zwar als Sieger auf dem Papier stand, Schlesien jedoch einem Trümmerhaufen glich, schickte am 29. August 1769 seinem Etatminister die königliche Cabinettsorder, die Wiederherstellung des Landschaftlichen Credits betreffend, mit dem Befehl zur Gründung der "Schlesischen Landschaft". So schuf er weitsichtig den Pfandbrief, der in kleinen Beträgen gestückelt war, sodaß auch weniger vermögende Bürger ihr Geld zinsbringend anlegen konnten. Da die Schlesische Landschaft (also alle Gutsbesitzer mit ihren Ländereien) hafteten, war die Beschaffung von Bargeld kaum mit Schwierigkeiten verbunden.

Der Pfandbrief
Die Einführung des Pfandbriefes wurde zugleich eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Städtebau des 19. Jahrhunderts, der mit beginnender Industrialisierung immer dringlicher wurde.

Erst als Preußen im Jahre 1870 auch die staatliche Genehmigungspflicht für Gründungen von AG's aufhob, setzte in Deutschland eine Gründungswelle ein, die heute als berühmt-berüchtigte "Gründerzeit" in die Geschichte einging. Innerhalb von nur 5 Jahren wurden mehr als 900 Aktiengesellschaften gegründet und fast 4,5 Milliarden Mark aus dem Sparstrumpf geholt. Auch die von Frankreich an Deutschland gezahlte Entschädigung für den verlorenen Krieg von 1870/71 trug erheblich zur Belebung der deutschen Wirtschaft bei. Viele der Gründungen dieser Zeit gingen allerdings nach nur wenigen Jahren in Konkurs, bzw. kamen über das Gründungsstadium nicht hinaus.

Die erste deutsche Aktiengesellschaft
Die erste deutsche Aktiengesellschaft wurde von dem Großen Kurfürst von Brandenburg errichtet, der am 17. März 1682 mit dem Edikt wegen Octroyirung der aufzurichtenden Handels-Compagnie auf den Küsten von Guinea die erste deutsche AG ins Leben rief. Es folgte die Brandenburgisch Afrikanische Compagnie, die an der afrikanischen Küste mit Pfeffer, Elefantenzähnen, Gold, Sklaven oder was auch sonst zu negotiiren und freies Gewerbe treiben sollte.

Es folgten die Habsburger mit der 1719 gegründeten Orientalischen Gesellschaft diverse Versicherungsgesellschaften der Hansestädte, 1765 in Preußen die Berliner Assekuranz, 1770 die Priv. Breslauer Zucker Raffinerie, u.a. 1793 die Berliner Zuckersiederei.

Die Daten entsprechen der Industrialisierung in diesen europäischen Ländern. Die Finanzierung wurde über Großbankiers aus dem Privatvermögen der Bürger finanziert.

Daneben gaben die Länder und Provinzen, die Gemeinden und Städte Anleihen heraus, mit denen sie die Hoheitsaufgaben, die Arbeiten für die Infrastruktur u.v.a.m. erfüllen konnten.

Aber nicht nur im Inland, auch im Ausland wurden Anleihen in Europa aufgelegt und Aktien an den Börsen eingeführt. Die berühmte Transsibirische Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok und Charbin wurde vornehmlich mit dem Kapital französischer und deutscher Sparer finanziert
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